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Donnerstag, 27. Oktober 2011Viertelslinien
Als vor Jahren die Straßenbahnlinie 2 nach Aue gebaut wurde, mußte dazu auch die Linie 1 am Durlacher Ortseingang kurz unterbrochen werden, irgendwie mußten die Gleise und Oberleitungen ja angeschlossen werden. Ich hab das Bild noch vor mir, wie da die ganze Nacht im Schein der Baustellenstrahler ein Haufen Bauarbeiter eifrig vor sich hinwerkelten. Die harten Schatten der Strahler, das Schweißen, die mobilen Kräne und insgesamt die rege Tätigkeit, die fast schon wie ein Ballett minutiös präzise geplant ablief, das war beeindruckend, und es gab entsprechend ziemlich viele Schaulustige.
Bißchen anders sieht’s aus, wenn man aktuell an den Baustellen vorbeifährt. Muß garnicht nachts sein, Wochenende reicht, und man gewinnt den Eindruck, daß es den Verantwortlichen relativ wurscht ist, ob das nun nen Tag länger dauert oder nicht. (Ja, ich versteh davon nichts, und manchmal muß auch irgendwas einfach aushärten oder dergleichen, schon klar.) Jüngstes Highlight: Über eine Woche wird die Haltestelle Lessingstraße aufgehoben, und die Linienfamilie 2, die eigentlich dort eh nichts verloren hat, aber seit Monaten dort als “2E” vorbeigeführt wird, wird spasseshalber nochmal unterteilt in 2E Ost und 2E West. Und wer jetzt glaubt, die 2E Ost würde dann einfach wieder vom ZKM nach Aue fahren, der irrt... vielmehr fährt sie innerstädtisch im Kreis, und das - legendär! - auch nur in einer Richtung. Quasi wie eine vorgezogene Weihnachts-Ringlinie, wozu ja auch die bereits jetzt im Oktober installierte Weihnachtsbeleuchtung in der Kaiserstraße gut passt (auch wenn sie dort nicht vorbeikommt). Wir könnten ein Preisrätsel draus machen, von wo nach wo man deswegen in dieser Zeit die längste Fahrzeitverlängerung zu erdulden haben wird. Ich tippe auf “vom Weinbrennerplatz zur Otto-Sachs-Straße”. Für Fortgeschrittene: Probiert mal, eine Onlineauskunft ohne längeren Fußmarsch zu kriegen. Mittwoch, 3. August 2011KVV nervt.
Ich hoffe, mir gelingt es, meine Meinung auszudrücken und dennoch im Rahmen geltenden Rechts zu bleiben. Schriebe ich meine Meinung über VBK, KVV und vor allem deren aktuelles oberstes Führungspersonal frei von der Leber, wär das gewiß nicht gegeben. Oder wie Marc Haber es unlängst¹ formulierte “in Karlsruhe ist auch nicht mehr alles Ludwig was gelb ist und rumfährt. Leider.”
Früher waren die Karlsruher Verkehrsbetriebe ein extrem agiler, eingeschworener Haufen, sozusagen das positive Idealbild einer Neweconomy-Firma, obwohl das dortige Umfeld ja ein ganz anderes ist. Aber für jedes Problem fanden sich schnelle Lösungen, Störungen waren fix beseitigt und geplante Störungen wurden darauf optimiert, eben gerade möglichst wenig zu stören. Und praktisch alle Fahrer waren ordentlich angezogen, aber das nur am Rande. "KVV nervt." vollständig lesen Sonntag, 14. November 2010Hat Axel Fischer Zukunft?
Ende letzten Monats brachte ka-news eine Meldung, derzufolge der CDU-Bundestagsabgeordnete von Karlsruhe-Land Axel Eduard Fischer zu S21 feststellt: “Diese Aktionisten sind überwiegend Wähler von Linken, Grünen und der SPD” (und von daher das Krawallmachen gewöhnt). Eigentlich bis auf die Erwähnung der SPD keine Überraschung, daß die S21-Gegner überwiegend jene Parteien wählen werden, die gegen S21 sind... Da die dortigen Zitate Tippfehler beinhalteten (mittlerweile getilgt), wollte ich auf den Webseiten von Herrn Fischer nachgucken, ob die Fehler von ihm oder von den Redaktionsblondinen stammen.
"Hat Axel Fischer Zukunft?" vollständig lesen Samstag, 6. Februar 2010Ein Wolfbräubesuch
Dieser Beitrag schließt nicht an die ältere Reihe meiner Durlacher Gastronomie-Empfehlungen an. Erstens weil der Wolfbräu nicht in Durlach ist und zweitens, weil ich ihn nicht empfehle. Ich war letzten Samstag dort, mit etwa 15 anderen Menschen in den Geburtstag eines Freundes reinzufeiern. Und ich hab das erste Mal in meinem Leben nicht einen Cent Trinkgeld gegeben.
"Ein Wolfbräubesuch" vollständig lesen
Geschrieben von Felix Pfefferkorn
in Gastronomie, Karlsruhe
um
18:01
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Donnerstag, 14. Januar 2010Straßenbahnunfall
Eine vom Kongreßzentrum zum Ettlinger Tor fahrende S4 (Zweisystemer) ist heute fälschlich zum Konzerthaus abgebogen und dabei schräg von vorn in eine entgegenkommende 2 (Niederflurer) gefahren. Auf den Webseiten des KVV findet sich (erwartungsgemäß) nichts, bei Ka-News aber und bei überregionalen Nachrichtenseiten sowie in Straßenbahnforen. Wohl schon allein aufgrund des Höhenunterschieds haben sich die Führerkabinen so unglücklich verkeilt, daß beide Fahrer in Lebensgefahr schweben. Auch unter den Fahrgästen gibt es Verletzte, insgesamt der größte Straßenbahnunfall seit Jahren. Wobei man wohl noch von Glück sagen kann, daß die Bahnen sich von vorn getroffen haben und nicht die eine der anderen in die Seite gerammt ist.
Damit sowas passieren kann, muß zum einen mehrfach Technik versagen (siehe die Erläuterungen hier anlässlich eines früheren Unfalls) und zum anderen ein Fahrer einen Moment unaufmerksam sein, denn er hätte die tatsächliche Stellung der Weichen beäugen müssen. Allerdings biegt hier weder regulär noch als Dienstfahrt normalerweise irgendwas ab, die Weiche steht immer auf “geradeaus”. Das entschuldigt zwar nicht, macht aber verständlicher. Außerdem ist bei der aktuellen Witterung vieles schlechter als sonst zu sehen, und er kann ja auch nicht an jeder Weiche aussteigen und mit dem Fuß testen, wie die Weichenzunge liegt, nur für den Fall, daß die Technik grade mal komplett versagt. Als verachtenswert empfinde ich, daß Karlsruhes oberster Straßenbahner Casazza nur wenige Stunden nach dem Unglück verlauten lässt, die bisherigen Erkenntnisse sprächen “eher für ein menschliches Versagen”. Solche Chefs wünscht man sich echt.
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