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Sonntag, 2. Oktober 2011Bahnauskunft: Optimierungspotential
Vorneweg: Ich bin *sehr* regelmäßiger Bahnfahrer. Bahncard 100 nun im vierten Jahr, und jedes Jahr dadurch erheblich Geld gespart. Und ich mache das gerne und freiwillig und bin auch fast immer pünktlich am Ziel. So “fast immer”, daß es mir kaum jemand zu glauben scheint.
Aber wenn mal was nicht klappt, dann versagt das Informationswesen des deutschen Schienenverkehrs gleich komplett. Das gilt im kleinen für den lokalen Verkehrsverbund, das gilt aber auch im großen. Es beginnt schon damit, daß die Android-“App” der Bahn es nicht erlaubt, eine gewünschte Ankunftszeit zu spezifizieren. Dabei scheint mir das weitaus häufiger nötig als die Angabe einer Abfahrtszeit - meist weiß ich ja, wann ich wo sein muß und will dazu passend anreisen. Der nächste Treffer ist, daß das Programm genau wie die WWW-Auskunft mit der Gelassenheit eines preussischen Schalterbeamten planmäßige Anschlüsse heraussucht, auch wenn diese wegen Verspätung garnicht erreichbar sind. Darauf wird dann zwar hingewiesen, aber sich stattdessen einen funktionierenden Anschluß suchen, das muß der Reisende schon selbst (etwa durch manuell verlängerte Umsteigezeiten). Und sollte umgekehrt ein günstiger Zug gerade aufgrund seiner Verspätung außerplanmäßig erreicht werden können, kriegt man das nur raus, indem man die Abfahrtstafel des Bahnhofs studiert, statt daß er mit seinen erwarteten Fahrzeiten in die Auskunft integriert würde. (Sowas fände ich ok, wenn wir erst ein oder zwei Jahre “Internet” hätten und die ganze Online-Auskunft noch eine Testversion für mutige Reisende wäre. Aber wir haben über 20 Jahre Internet, und es gibt gar keine gedruckten Kursbücher mehr...) Mein jüngstes Erlebnis war meine Fahrt vom Eichsfeld (Papstbesuch und so) nach Hause. Denn da empfahl mit das goldige Stück Software auf meinem Smartphone einen ICE von Göttingen nach Frankfurt, bei dem dann, wenn man sich den Zuglauf ansah, bei jeder Station “Halt entfällt” (oder so ähnlich) stand. Bei jeder. Im WWW konnte man dann immerhin herausfinden, daß der ganze Zug entfällt und durch einen IC ersetzt wurde. Naja und bei weiterem Stöbern entdeckte ich dann, daß die allgemeine Verspätungslage es mir ermöglichte, außerplanmäßig eine Direktverbindung von Kassel nach Karlsruhe zu erwischen und so eine Stunde früher als geplant wieder zuhause zu sein. Von daher ging das Erlebnis sehr angenehm aus, aber es hat ja nicht jeder ein Smartphone und zusätzlich einen Laptop einstecken, nur um sich eine Rückreise zurecht zu zimmern. (Und Zugbegleiter gab’s in den Pilger-Regionalzügen etwa so viele wie Toiletten oder Steckdosen.) Mittwoch, 12. Januar 2011Echtdampf-Hallentreffen
“In aller Kürze”: Wer nächstes Wochenende auch nur ein paar Stunden übrig hat, sollte hier unbedingt vorbeischauen. Un-be-dingt. Ob mit Kindern oder Greisen oder allein. Ich war letztes Jahr zwei Tage dort und einfach nur begeistert.
Sonntag, 1. März 2009Schikane auf dem AdenauerringWenn das Wildparkstadion sich entleert, dann strömen etwa 30.000 Menschen, also eine kleinere Stadt, gleichzeitig nach draußen. Für Karlsruhe typisch zieht sich ein breiter Menschenstrom den Adenauerring nach vorn zur Straßenbahnhaltestelle Durlacher Tor. Wenn nun besonders ungastliche Gäste zugast sind oder die Gastgeber im Ruf stehen, ihre Gäste nicht zu mögen, dann werden normalerweise die Gäste in ihrem Block etwa eine Viertelstunde festgesetzt, bis die anderen weitgehend abgeflossen sind. Das ist sicher lästig, aber weiter kein Problem, da es da drin ja Verpflegung und Toiletten gibt und meist auch ausreichend Platz ist, daß man sich sogar hinsetzen könnte. Heute war das anders. Heute war Stuttgart. "Schikane auf dem Adenauerring" vollständig lesen
Geschrieben von Felix Pfefferkorn
in Großveranstaltung, Karlsruhe, Politik
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21:30
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Samstag, 16. August 2008Stadionumbau
Ich will hier nicht zusammenfassen, was in den letzten Jahren dazu schon alles an Stuß abgesondert worden ist. Nur meinen beitragen.
Seit 1955 gibt es das Wildparkstadion, im Norden der Universität am Adenauerring. Es wurde anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1921 errichtet. Ein Stückchen Fußmarsch vom Durlacher Tor oder quer durch den Wald aus dem Westen. Parkplätze sind natürlich nur wenige vorhanden, aber es gibt Busspendelangebote, wenn Großveranstaltungen stattfinden. Und im Prinzip gehört das Rausmarschieren und das anschließende Zurückkehren in die Innenstadt zum Ritual. Es ist ja auch eine organisatorische Meisterleistung, den Verkehrsfluß zu regeln, wenn nach einem Spiel etwa dreissigtausend Menschen aus dem Stadion strömen. Ursprünglich gingen sogar 55.000 Zuschauer rein, aber dann kamen die dämlichen Sitzplätze (ich frag mich, wer die freiwillig nutzt, wenn nicht aus gesundheitlichen Gründen. Emotionslos und im Wortsinn arschkalt, da kann man dann doch besser zuhause fernsehen, statt in’s Stadion zu gehen). "Stadionumbau" vollständig lesen
Geschrieben von Felix Pfefferkorn
in Großveranstaltung, Karlsruhe, Politik
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11:43
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Samstag, 12. Juli 2008Digital wählen
Liebes Tagebuch, schon länger frage ich mich, was diese Wahlmaschinendiskussion überhaupt soll, wo wir doch eigentlich auf direktem Weg zum Online-Behördengang sind? Also was bei Bankgeschäften seit Jahren üblich ist, soll doch auch bei staatlichen/kommunalen Verwaltungsvorgängen kommen, und das mit ordentlicher Kryptographie und vernünftiger Authentifizierung? Warum dann nicht von zuhause wählen? Bleibt noch das Problem der Gewährleistung der Nichtzuordnung der Stimmabgabe zum Wähler, aber das ist da dann auch nicht größer als heute, zumal die “Wahlmaschinen” dann ja zentral stehen können und nicht über das Land verteilt wären. Und für komplexe Wahlen wie die baden-württembergischen Kommunalwahlen nächstes Jahr mit Kumulieren und Panaschieren wär ein interaktives Frontend, das die Stimmen mitzählt, sicher ein Demokratie-Gewinn, denn da werden viele ungültige Stimmzettel abgegeben... (Nächstes Jahr sind hier übrigens Ortschafts-, Kommunal-, Landtags- und Europawahlen.)
Wieder hochgekommen ist mir diese Frage, weil ich heute das “Vergnügen” des Landesparteitags hatte. Als Delegierter ist man da primär Claqueur für die vortragenden Mandatsträger. Sekundär wahlberechtigt bei langweiligen Ein-Kandidaten-Wahlen mit fast sozialistischen Stimmverteilungen und frühestens tertiär dann an echten politischen Auseinandersetzungen beteiligt - denn die kommen schon rein zeitlich nach den erstgenannten Punkten, und das Ende der Veranstaltung ist fix. Weswegen jedesmal nur ein Bruchteil der Anträge wirklich behandelt werden kann. Wenn nun die Reden im Vorfeld verschickt oder als Tischvorlage verteilt würden und die Wahlen digital erfolgten, hätte man die ganzen acht Stunden für den interessanten Teil. (Und bevor jetzt mit Reichsbedenkenträger-Miene “aber das ist ja nicht gewollt” kommentiert wird: Was da “gewollt ist”, entscheiden wir Delegierte. Vor einigen Jahren haben wir auch die Kommission, die früher die Antragsreihenfolge vor der Sitzung festlegte, abgesetzt und stattdessen begonnen, zu Beginn jedes Parteitags selbst die Tagesordnungsreihenfolge abzustimmen. So kommen die für uns interessantesten Anträge wenigstens tatsächlich zur Verhandlung.)
Geschrieben von Felix Pfefferkorn
in EDV, Großveranstaltung, Politik
um
21:27
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