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Mittwoch, 19. Oktober 2011Junge Liberale Karlsruhe contra Koch-Mehrin
Meine Meinung zu unserer Europaabgeordneten hab ich ja schon bekundet. Leider ist ein Parteiausschlußverfahren bei uns (aus gutem Grund, wir sind ja liberal) an fast nicht erfüllbare Bedingungen geknüpft. und diese wandelnde Rufschädigung hat ja selbst offenkundig keinen Anstand im Leib, der Schande selbst ein Ende zu setzen. Was bleibt, ist, ein Zeichen zu setzen und sich öffentlich von ihr zu distanzieren. Der hiesigen FDP hab ich’s vorgeschlagen, immerhin die hiesigen JuLis werden es nun tun (ich hoffe, es kommen noch Details auf ihren Webauftritt). Besser spät als nie.
Sonntag, 2. Oktober 2011Bahnauskunft: Optimierungspotential
Vorneweg: Ich bin *sehr* regelmäßiger Bahnfahrer. Bahncard 100 nun im vierten Jahr, und jedes Jahr dadurch erheblich Geld gespart. Und ich mache das gerne und freiwillig und bin auch fast immer pünktlich am Ziel. So “fast immer”, daß es mir kaum jemand zu glauben scheint.
Aber wenn mal was nicht klappt, dann versagt das Informationswesen des deutschen Schienenverkehrs gleich komplett. Das gilt im kleinen für den lokalen Verkehrsverbund, das gilt aber auch im großen. Es beginnt schon damit, daß die Android-“App” der Bahn es nicht erlaubt, eine gewünschte Ankunftszeit zu spezifizieren. Dabei scheint mir das weitaus häufiger nötig als die Angabe einer Abfahrtszeit - meist weiß ich ja, wann ich wo sein muß und will dazu passend anreisen. Der nächste Treffer ist, daß das Programm genau wie die WWW-Auskunft mit der Gelassenheit eines preussischen Schalterbeamten planmäßige Anschlüsse heraussucht, auch wenn diese wegen Verspätung garnicht erreichbar sind. Darauf wird dann zwar hingewiesen, aber sich stattdessen einen funktionierenden Anschluß suchen, das muß der Reisende schon selbst (etwa durch manuell verlängerte Umsteigezeiten). Und sollte umgekehrt ein günstiger Zug gerade aufgrund seiner Verspätung außerplanmäßig erreicht werden können, kriegt man das nur raus, indem man die Abfahrtstafel des Bahnhofs studiert, statt daß er mit seinen erwarteten Fahrzeiten in die Auskunft integriert würde. (Sowas fände ich ok, wenn wir erst ein oder zwei Jahre “Internet” hätten und die ganze Online-Auskunft noch eine Testversion für mutige Reisende wäre. Aber wir haben über 20 Jahre Internet, und es gibt gar keine gedruckten Kursbücher mehr...) Mein jüngstes Erlebnis war meine Fahrt vom Eichsfeld (Papstbesuch und so) nach Hause. Denn da empfahl mit das goldige Stück Software auf meinem Smartphone einen ICE von Göttingen nach Frankfurt, bei dem dann, wenn man sich den Zuglauf ansah, bei jeder Station “Halt entfällt” (oder so ähnlich) stand. Bei jeder. Im WWW konnte man dann immerhin herausfinden, daß der ganze Zug entfällt und durch einen IC ersetzt wurde. Naja und bei weiterem Stöbern entdeckte ich dann, daß die allgemeine Verspätungslage es mir ermöglichte, außerplanmäßig eine Direktverbindung von Kassel nach Karlsruhe zu erwischen und so eine Stunde früher als geplant wieder zuhause zu sein. Von daher ging das Erlebnis sehr angenehm aus, aber es hat ja nicht jeder ein Smartphone und zusätzlich einen Laptop einstecken, nur um sich eine Rückreise zurecht zu zimmern. (Und Zugbegleiter gab’s in den Pilger-Regionalzügen etwa so viele wie Toiletten oder Steckdosen.) Montag, 29. August 201140 Semester und zehn Jahre
Wie ich vergangenen Mittwoch per Mail erfuhr, ändert sich was in meinem Leben: Nach 40 Hochschulsemestern, 13 Jahren Programmiereinführung für angehende Geisteswissenschaftler und zehn Jahren als Lehrbeauftragter verlasse ich etwas abrupt und für mich völlig überraschend den Campus. Das gute daran: Ich brauch mir den Montagnachmittag nicht mehr freihalten und kann daher bspw. meine Geschäftsreisen flexibler planen. Außerdem gewinne ich etwa vier Stunden pro Woche Arbeitszeit.
"40 Semester und zehn Jahre" vollständig lesen Mittwoch, 3. August 2011KVV nervt.
Ich hoffe, mir gelingt es, meine Meinung auszudrücken und dennoch im Rahmen geltenden Rechts zu bleiben. Schriebe ich meine Meinung über VBK, KVV und vor allem deren aktuelles oberstes Führungspersonal frei von der Leber, wär das gewiß nicht gegeben. Oder wie Marc Haber es unlängst¹ formulierte “in Karlsruhe ist auch nicht mehr alles Ludwig was gelb ist und rumfährt. Leider.”
Früher waren die Karlsruher Verkehrsbetriebe ein extrem agiler, eingeschworener Haufen, sozusagen das positive Idealbild einer Neweconomy-Firma, obwohl das dortige Umfeld ja ein ganz anderes ist. Aber für jedes Problem fanden sich schnelle Lösungen, Störungen waren fix beseitigt und geplante Störungen wurden darauf optimiert, eben gerade möglichst wenig zu stören. Und praktisch alle Fahrer waren ordentlich angezogen, aber das nur am Rande. "KVV nervt." vollständig lesen Montag, 25. Juli 2011Tu es Petrus
Vor wenigen Jahren sprach mich ein Bekannter an, der damals knapp 20 war. Nach einigem Herumgedruckse wollte er von mir wissen, wann sich eigentlich “der Papst mit dem Christentum ausgesöhnt” habe. Auf meinen irritierten Blick erklärte er mir seinen Gedankengang: Der Papst sei das Oberhaupt der Römer, und die Römer hätten doch damals Christus getötet.
Das wirklich frustrierende: Das ist ein Katholik, der durchgehend Religionsunterricht hatte (Grundschule, Hauptschule, Berufsschule) und auch Erstkommunion und Firmung inklusive zugehöriger Vorbereitungskurse absolvierte. Aber da geht es ja scheinbar eher um Drogenprävention und Sexualaufklärung als um so etwas langweiliges wie den Aufbau der Kirche. (Ja, zugegeben, der hellste Zeitgenosse ist der fragliche junge Mann nicht. Das entschuldigt aber nicht das Totalversagen seiner Religionslehrer.)
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