Nein, ich werd jetzt nicht regelmäßig zu S21 bloggen. Wie gesagt ist mir eigentlich ja egal, was aus dem Bahnhof wird. Aber schon das Wort “Bürgerbeteiligung” ist ganz einfach einer Demokratie unwürdig. Es ist das Wesen einer Volksherrschaft, daß die Bürger am Ende entscheiden, mindestens indirekt bei der nächsten Wahl. Da ist es kein besonderes Bonbon, sondern eine Selbstverständlichkeit, daß sie “beteiligt” sind. Und daß das letzte Aufgebot der baden-württembergischen CDU und FDP das anders sehen, das ist ja gerade das eigentliche Problem, nicht der alberne Bahnhof. Hätten die nicht pseudoaristokratisch geherrscht (war es nicht Merkel, die das “durchregieren” nannte?), hätten sie noch Wähler.
Mappus hat schon vor einigen Tagen als ganz besondere Geste des guten Willens, quasi als Beinahe-Baustopp, angeboten, man könne die Bürger beteiligen bei der Planung des vorgesehenen Neubaugebietes auf dem derzeitigen Gleisvorfeld. Ähem. *räusper* *hüstel* Dieses Gelände hat die Stadt Stuttgart der Bahn bereits abgekauft (für 460 Mio.), und Oberbürgermeister Dr. Schuster (CDU) hat schon vor einem Dreivierteljahr beim Baubeginn
angekündigt, er wolle “diese Zukunft und deren städtebauliche Entwicklung [...] gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten.” Der ist nämlich, anders als Mappus, dafür auch zuständig. Und wird seit nem Jahr von einem grün dominierten Gemeinderat vor sich hergescheucht. Und die werden gerade hier sicher nichts anbrennen lassen und sicherlich weit über das notwendige hinaus die Bürger einbinden. Und für die Steilvorlage dankbar sein.
Während ich seinen Vorgänger nur
ungebildet fand, bin ich mir bei Mappus unsicher, wie ich solches Verhalten zu deuten habe. Denn entweder hält er seine Bürger für zu blöd, zu bemerken, daß er sich hier mit fremden Federn schmückt (und lügt ihnen frech in’s Gesicht), oder er durchblickt es selbst nicht und glaubt, daß seine Landesregierung an der Subsidiarität vorbei der Stadt Stuttgart vorschreiben könne, wie sie in ihrem Herzen und auf ihrem Grund und Boden baut.
Es gehört jedenfalls schon einiges dazu, in der aktuellen Situation noch immer die designierten Landtagswähler wie unmündige Idioten zu behandeln. Mappus, wenn ich im Schulhof auf dem Boden lag, dann hab ich aufgehört, die größeren Schüler Idioten zu nennen. Irgendwann muß man zugeben, sich verkalkuliert zu haben.
Kommentare