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Donnerstag, 14. Januar 2010Straßenbahnunfall
Eine vom Kongreßzentrum zum Ettlinger Tor fahrende S4 (Zweisystemer) ist heute fälschlich zum Konzerthaus abgebogen und dabei schräg von vorn in eine entgegenkommende 2 (Niederflurer) gefahren. Auf den Webseiten des KVV findet sich (erwartungsgemäß) nichts, bei Ka-News aber und bei überregionalen Nachrichtenseiten sowie in Straßenbahnforen. Wohl schon allein aufgrund des Höhenunterschieds haben sich die Führerkabinen so unglücklich verkeilt, daß beide Fahrer in Lebensgefahr schweben. Auch unter den Fahrgästen gibt es Verletzte, insgesamt der größte Straßenbahnunfall seit Jahren. Wobei man wohl noch von Glück sagen kann, daß die Bahnen sich von vorn getroffen haben und nicht die eine der anderen in die Seite gerammt ist.
Damit sowas passieren kann, muß zum einen mehrfach Technik versagen (siehe die Erläuterungen hier anlässlich eines früheren Unfalls) und zum anderen ein Fahrer einen Moment unaufmerksam sein, denn er hätte die tatsächliche Stellung der Weichen beäugen müssen. Allerdings biegt hier weder regulär noch als Dienstfahrt normalerweise irgendwas ab, die Weiche steht immer auf “geradeaus”. Das entschuldigt zwar nicht, macht aber verständlicher. Außerdem ist bei der aktuellen Witterung vieles schlechter als sonst zu sehen, und er kann ja auch nicht an jeder Weiche aussteigen und mit dem Fuß testen, wie die Weichenzunge liegt, nur für den Fall, daß die Technik grade mal komplett versagt. Als verachtenswert empfinde ich, daß Karlsruhes oberster Straßenbahner Casazza nur wenige Stunden nach dem Unglück verlauten lässt, die bisherigen Erkenntnisse sprächen “eher für ein menschliches Versagen”. Solche Chefs wünscht man sich echt. Dienstag, 20. Oktober 2009Fahrradfreundliches Karlsruhe?
Auf ihren Webseiten behauptet die Stadt “Karlsruhe wird Fahrradstadt Nr. 1 in Süddeutschland.”, und das geplante Radroutennetz ist so dicht, daß man auf den ersten Blick nicht klagen kann. Mit dem Begriff “Route” wird auch schon angedeutet, daß “Radwege” oft nicht der Weisheit letzter Schluß sind, aber das ist nochmal ein anderes Thema.
Eine “Hauptroute” dieses Netzes ist die Durlacher Allee, und hier gibt es einen baulich von den Autospuren und (ein bißchen) vom Fußweg getrennten Radweg für jede Fahrtrichtung. Die Durlacher Allee war über das letzte Wochenende vier Tage lang auf ihrer Südseite komplett für den Autoverkehr gesperrt vom Weinweg bis zur Autobahn einschließlich. Auch etwas weiter westlich, vom Schlachthof bis vor den Ostring, war die gleiche Seite gesperrt. Hier war für Fußgänger ein Weg über den Festplatz ausgeschildert, dem man auch als Radfahrer folgen konnte und wohl sollte. Ab Weinweg aber war essig. Da war einfach kommentarlos der Radweg ebenso wie das Trottoir abgesperrt. Vier Tage lang. Eine “Hauptroute” der “Fahrradstadt Nr. 1”. Straßenverkehrsordnungsgerechtes Vorgehen war also, das Fahrrad auf der Nordseite der Durlacher Allee bis zur Untermühlsiedlung zu schieben und sich dort wieder dem fließenden Verkehr anzuschließen. Eine durchgängig “fahrbare” Alternative wäre wohl, die Autobahn weiter nördlich bei der Autobahnmeisterei zu überqueren. Komfortabel wäre gewesen, wenn für diese vier Tage der nördliche Radweg der Durlacher Allee als Zweirichtungsradweg ausgeschildert und die kreuzenden Autospuren entsprechend deutlich darauf hingewiesen worden wären. Aber wie dem auch sei, es war genau garnichts ausgeschildert. Es stand einfach nur eine Absperrung quer über der “Hauptroute”. Obwohl es sich hier ja um eine wochenlang im voraus geplante Baumaßnahme handelte. Woran man unschwer erkennen kann, daß man sich einem Ziel nur nähert, wenn alle in die gleiche Richtung rudern. Solange einzelne Mitarbeiter irgendwelcher Ämter überfordert oder desinteressiert sind, wird das nix mit der angeblichen “Fahrradfreundlichkeit”. Sonntag, 27. September 2009Wahlabendgedanken
1) Hier kann man sich durch alle Detail-Ergebnisse Karlsruhes durchklicken. Und hier durch die vom Land.
2) Nichtwähler werde ich nie verstehen. Und das ist schon die weichgespülteste Formulierung, derer ich fähig bin. Für das Wahlrecht haben übver viele Jahrzehnte ungezählte Freiheitskämpfer Existenz und Leben eingesetzt, und nun ist mehr als jeder vierte zu faul oder zu dumm, wenigstens sein aktives Wahlrecht auch tatsächlich zu benutzen. Ich bin dankbar, Bürger einer Demokratie sein zu dürfen. Und werd meine Bürgerrechte immer gebrauchen. (Und komm mir keiner mit Politikverdrossenheit - es gibt immer ein kleineres Übel, das man wählen kann, um das größere zu verhindern. Und es steht nun wirklich jedem frei, sich in einer bestehenden Partei zu engagieren oder eine neue zu gründen. Das dürfte gerade 2009 angesichts des Piraten-Aufstiegs keiner Diskussion bedürfen.) "Wahlabendgedanken" vollständig lesen Samstag, 26. September 2009Wahlkampf vorbeiSonntag, 6. September 2009Kandidat vor OrtHerr Golombeck lebt in Neureut, hat den dortigen Ortsverband der FDP über Jahre zum lebendigsten der Region gemacht und ist Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Karlsruhe-Stadt, dessen Vorstand er schon lange angehört. Seit der letzten Wahl gehört er außerdem dem Karlsruher Gemeinderat an. Es ist zwar eher unwahrscheinlich, daß die FDP ein Direktmandat erringt, aber erstens hat ja gerade die CDU hier im Wahlkreis einen weitgehend unbeliebten Kandidaten, der sich vor allem durch das Anzetteln innerparteilichen Zanks profiliert hat und zweitens gibt der Abend auch allgemein die Gelegenheit zum politischen Gespräch und zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit unserem Wahlprogramm (und gerne auch dem der anderen Parteien). Denn solche Abende prägen die Parteitagsdelegierten und die Mitwirkenden in den verschiedenen parteilichen Gremien, Ausschüssen und Arbeitskreisen, die wiederum die Wahlprogramme erarbeiten und beschließen. Wer sich daher politisch artikulieren will, ist hier sehr richtig.
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Kommentare
Di, 06.07.2010 00:48
Mo, 05.07.2010 23:11
Ich habe nach langem Rätsel und Suchmaschien eine Theorie [...]
Sa, 26.06.2010 08:58
Do, 17.06.2010 09:39
Hm, Felix, im Grunde geht’s mir ja wie Dir, aber wenn Du [...]
Mi, 16.06.2010 18:19
Danke, Herr Pfefferkorn, für diesen anschaulichen Bericht. [...]