Ich bin wirklich kein Freund von Frau Käßmann und hielt sie für eine Belastung für die Ökumene. Denn sie ist
ahnungslos und
aggressiv. Aber wegen der Trunkenheitsfahrt hätte sie nicht
zurücktreten müssen. Ganz im Gegenteil.
Denn das Wissen um die eigene Fehlbarkeit lehrt Demut. Und “Vorbild” sollten Kirchenführer nicht im Sinne einer Bilanzierung des ganzen Lebens sein, sondern im je täglichen, immer neuen Leben. Zu dem das partielle Scheitern an den Erwartungen, die man selbst und andere an einen stellen ja zwangsweise dazugehört. Also sie sollte lieber vorbildhaft wieder aufstehen und weitermachen, gerade weil sie jetzt angreifbarer ist für Wadenbeißer. Man kann ethische Werte doch nicht nur vertreten, wenn man selbst 24/7 ein Heiliger ist, sondern gerade auch dann, wenn man selbst das Versagen kennt. Das Amt gewinnt seine Autorität nicht aus der Unbescholtenheit der Amtsinhaberin, zumal die Bibel lehrt, der einzige sündenfreie Mensch sei Jesus selbst gewesen. Es ist also geradezu blasphemisch, so zu tun als wäre das jetzt die erste Verfehlung von Frau Käßmann.
Möglicherweise fällt diese Denkweise allerdings einem Katholiken leichter. Oder wie ein Arbeitskollege mal meinte: “Ihr Katholiken habt’s gut, Ihr könnt beichten gehen.” - was nicht heißt, daß zur Absolution nicht der Wille zur Besserung erforderlich wäre. Aber den hat sie ja. Schade, daß sie die Erfahrung nicht zu kennen scheint, wie sich so ein frischgewaschenes, ungetrübtes Gewissen anfühlt. Ihr Leben wäre leichter.
Kommentare
Di, 06.07.2010 00:48
Mo, 05.07.2010 23:11
Ich habe nach langem Rätsel und Suchmaschien eine Theorie [...]
Sa, 26.06.2010 08:58
Do, 17.06.2010 09:39
Hm, Felix, im Grunde geht’s mir ja wie Dir, aber wenn Du [...]
Mi, 16.06.2010 18:19
Danke, Herr Pfefferkorn, für diesen anschaulichen Bericht. [...]