Eine vom Kongreßzentrum zum Ettlinger Tor fahrende S4 (Zweisystemer) ist heute fälschlich zum Konzerthaus abgebogen und dabei schräg von vorn in eine entgegenkommende 2 (Niederflurer) gefahren. Auf den Webseiten des KVV findet sich (erwartungsgemäß) nichts, bei
Ka-News aber und bei überregionalen Nachrichtenseiten sowie in
Straßenbahnforen. Wohl schon allein aufgrund des Höhenunterschieds haben sich die Führerkabinen so unglücklich verkeilt, daß beide Fahrer in Lebensgefahr schweben. Auch unter den Fahrgästen gibt es Verletzte, insgesamt der größte Straßenbahnunfall seit Jahren. Wobei man wohl noch von Glück sagen kann, daß die Bahnen sich von vorn getroffen haben und nicht die eine der anderen in die Seite gerammt ist.
Damit sowas passieren kann, muß zum einen mehrfach Technik versagen (siehe die Erläuterungen
hier anlässlich eines früheren Unfalls) und zum anderen ein Fahrer einen Moment unaufmerksam sein, denn er hätte die tatsächliche Stellung der Weichen beäugen müssen. Allerdings biegt hier weder regulär noch als Dienstfahrt normalerweise irgendwas ab, die Weiche steht immer auf “geradeaus”. Das entschuldigt zwar nicht, macht aber verständlicher. Außerdem ist bei der aktuellen Witterung vieles schlechter als sonst zu sehen, und er kann ja auch nicht an jeder Weiche aussteigen und mit dem Fuß testen, wie die Weichenzunge liegt, nur für den Fall, daß die Technik grade mal komplett versagt. Als verachtenswert empfinde ich, daß Karlsruhes oberster Straßenbahner Casazza nur wenige Stunden nach dem Unglück
verlauten lässt, die bisherigen Erkenntnisse sprächen “eher für ein menschliches Versagen”. Solche Chefs wünscht man sich echt.

Kann dieser Erbärmliche mit Beschuldigungen seines eigenen Personals nicht wenigstens warten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind?