
Im westlichen Bereich der Pfinztalstraße gibt es auf der Südseite einen Griechen im Keller, bei dem man richtig sattwerden kann (besondere Herausforderung: Mit viel Käse überbackenes Gyros). Im Erdgeschoß des Hauses sind “wechselnde” Gaststätten, aber der schöne Gewölbekeller ist fest in griechischer Hand.
Früher mal genoß dessen Küche keinen sonderlichen Ruf, das Lokal machte insgesamt einen eher heruntergekommenen Eindruck (kaputte Lampen etc.), man war auch oft der einzige Gast dort. Aber seit einigen Monaten geht es spürbar bergauf, und entsprechend gut besucht ist der “Zeus”. Mittlerweile hat er hintenraus auch einen kleinen Biergarten, aber bei dem Wetter sitz ich lieber im Keller.

Noch ehe sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, wird man im Eingangsbereich mit Handschlag begrüßt und zu einem Tisch irgendwo in den etwas unübersichtlichen Kellerräumen geführt. Überhaupt ist das Personal sehr aufmerksam und sehr, wie soll ich sagen, diszipliniert. Die Preise sind eher etwas höher, dafür gibt’s aber auch volle Portionen. Das da rechts zum Beispiel, leider etwas unscharf, ist ein Beilagensalat. Da könnte sich nicht nur die Hofgalerie was abgucken. Die Karte ist umfangreich, man wird auch gerne beraten (“Aaaah, Helena-Teller. Haben Sie den Film gesehen?” - “Was für einen Film?” - “Also wegen Helena wurde ein Krieg geführt, Troja wurde wegen Helena belagert.” - “Ach, sie meinen die Ilias von Homer? Die wurde verfilmt?”), griechische Weine kann man wohl auch flaschenweise erwerben (aber ich bin, wie gesagt, kein Weintrinker).
Jennifer wird’s dort nicht schmecken, denn selbst das angegrillte Weißbrot, das man zur (hervorragenden) Tomatensuppe bekommt, ist mitunter etwas fettig. Wer aber opulente Spieße und tischfüllende Schlemmereien mag, der sollte sich das anschauen. (Tischfüllend: Mir wurde mal zum Hauptgericht der Salat wie beschrieben und dazu der Reis auf je eigenem Teller gebracht. Da auch noch die leere Suppentasse mit Brotkörbchen, mein Kristallweizen, der obligatorische Hausschnaps, ein Aschenbecher und ein Kerzenständer - dann war der Tisch aber auch wirklich voll. Es versteht sich übrigens von selbst, daß die Kerzen im “Zeus” auch wirklich angezündet werden. Denn damit kann man mich zur Raserei treiben, wenn es in manchen Kneipen die Bedienungen dem Gast überlassen, ob er ein Feuerzeug dabei hat - Kerzen sollten genau dann auf Tischen stehen, wenn sie auch angezündet werden. Vom Personal.)
Fazit: Gerade jene, die früher mal im “Zeus” waren, sollten ihn sich erneut anschauen. Es hat sich viel getan, was die Einstellung des Personals und die Qualität der Küche angeht. Ich selbst hab nur das Problem, daß ich nach einem sonntäglichen “Zeus”-Besuch so pappsatt bin, daß der eigentlich vorgesehene größere Spaziergang ausfallen muß zugunsten eines Verdauungsschläfchens. Da hilft auch ein abschließender Espresso nix mehr.