
Ich hab schon länger nichts gastronomisches mehr geschrieben. Ganz praktisch hat das den Grund, daß mein Arbeitgeber eine Kantine hat und ich einen guten Bäcker und einen guten Metzger zur Gestaltung des Abendessens gefunden habe und daher weit seltener am Feierabend warm esse. Es würde sich allerdings anbieten, mal ein kleines Update zu machen, da mittlerweile ein Teil der hier vormals von mir besprochenen Gaststätten geschlossen wurde, den Betreiber gewechselt hat, ausgebrannt ist und was auch immer sonst noch so einem Restaurant passieren kann. Das aber ein andermal.
Heute eine Empfehlung vom anderen Rheinufer: Das
Naturfreundehaus bei Maximiliansau.
Als ich gegen Ende meiner Schulzeit anlässlich des Jahresseminars der Schülervertretung erstmals einen Fuß in ein Naturfreundehaus setzte, konnten wir nicht fassen, daß dort an der Wand so eine Art stilisierter Handschlag hing, der fatal an die doch gerade untergegangene sog. “DDR” erinnerte. Das dort herumhängende Logo war wohl schon damals veraltet (oder wir waren übersensibel), jedenfalls sieht das heutige Naturfreunde-Emblem nicht mehr nach Unterdrückung und Sozialismus aus, ein eher weich stilisierter Handschlag eben mit drei Alpenrosen drüber.

Die Naturfreunde betreiben kreuz und quer durch die Republik (und darüber hinaus) Häuser, teils ehrenamtlich und teils verpachtet. Was immer sie sonst noch tun, das müßte ich mir erst mal selbst
anschauen. Eins der Häuser ist zum Beispiel in Durlach die
Obermühle. Und eins steht eben bei Maximiliansau (wir erinnern uns:
Maxau ist badisch,
Maximiliansau pfälzisch), wenn man hinter der Rheinbrücke dem Rhein Richtung Bodensee folgt (also nach Süden. Ich werd’s nie lernen: Ist das nun flußaufwärts?). Erreichbar für Fußgänger und Kieswegradler. Rund um das Haus sind halbschattige Sitzgelegenheiten, im Erdgeschoß gäbe es auch im Hausinnern einen großen Wirtsraum. Das Publikum besteht scheinbar im Sommer überwiegend aus Radlern. (Und man entschuldige bitte meinen grob mißbräuchlichen Umgang mit Openstreetmapdaten, das überfordert mich nocht etwas.)

Das Essensangebot ist leider nur mit schwacher Kreide notiert, so daß der Neuling sich erstmal orientieren muß. Dann aber läuft es wie auf Hütten üblich: Man erhält eine Nummer und sein Getränk und wartet dann, bis die Nummer aufgerufen wird und man sich das Essen abholen kann. Ordentlich große, sehr leckere, recht günstige Portionen. Unbedingt empfehlenswert als Ausflugs-Zwischenstop.