In den letzten Wochen hab ich so einiges gelernt. Ich weiß jetzt zum Beispiel, was
Handwerkerferien sind - ich hätte mir nie träumen lassen, daß die ausgerechnet im Sommer ihre Betriebe schließen. Ich weiß jetzt auch, wobei einem die Innungen helfen können und daß es meist besser ist, mit Handwerkern per Telephon statt per Mail zu kommunizieren (gibt aber auch Ausnahmen). Und natürlich wurde ich wieder dran erinnert, daß Zeitangaben wie “morgens” oder “nachmittags” bei Handwerkern ca. drei Stunden früher liegen als bei meinem sonstigen Umfeld (was es signifikant erleichtert, Handwerker im Haus zu haben - bis ich um halb zehn zur Arbeit geh, sind die eh schon längst wieder weg).
Eben grade hab ich mich drangemacht, Strom und Wasser anzumelden (die Stadtwerke liefern zwar schon über zwei Monate auch so, aber bevor das dann nicht mein Wunschtarif ist nachher bei der Abrechnung, wollte ich das so langsam mal angehen). Und bei der Gelegenheit möchte ich die aktuell sieben Zähler (pro Etagenwohnung ein Zweitarifzähler und ein normaler, dazu ein allgemeiner für das Treppenhaus etc.) so weit wie irgend möglich dezimieren. Die beiden ziemlich jungen Berater in der Durlacher Stadtwerke-Dependance meinten, das könne ich direkt mit einem Elektriker abmachen, der würde die Zähler dann schon zu den Stadtwerken bringen, und autorisiert seien sie “eigentlich praktisch fast alle”. Nundenn. Also bei der Firma Modl angerufen, die hier in Durlach sitzt und früher auch bei WEB.DE die Installationen gemacht hat. Über die hab ich nichts schlechtes gehört, und für die Demontage von ein paar Zählern will ich nicht groß Vergleichsangebote einholen.
“Pfefferkorn, guten Tag. Ich hab ein Haus gekauft, und da sind sieben Stromzähler drin. Davon hätte ich gerne sechs weggemacht.” - Gelächter am anderen Ende der Leitung. Dann erkundigt er sich kurz, ob die Zähler nebeneinander montiert sind und schlägt mir einen zeitnahen Termin vor. Aaaber: “Nur ein Zähler, das geht nicht, das müssen zwei bleiben, einer 24h für Licht und ein Zweitarifzähler für die Heizung”. - “Ja aber meine meisten Verbraucher laufen nachts (Aquarium, Rechner), ich hätte gerne alles auf Zweitarif.” - “Das war früher üblich, bei neuen Installationen mögen die Stadtwerke das nicht. Ich hab aber schon neue Installationen gesehen, die so ausgeführt waren, also vielleicht fragen Sie mal bei den Stadtwerken nach, wenn man da drängelt, dann darf man ja vielleicht doch. Rufen Sie mich dann grad nochmal kurz an.”
Ok, ich also zurück zu diesem Beratungszentrum hier um’s Eck und mein Elend vorgetragen. “Wer ist denn bei uns der, der sich mit Strom auskennt?” - “Das ist der Herr H.” - “Ok, ich ruf ihn mal an.” - Herr H. ist heute nicht im Haus. Mein Kundenberater kriegt nach einigem Hin und Her einen anderen an den Apparat, der ihm sinngemäß sagt, das sei allein meine Entscheidung, wieviele Zähler ich gerne hätte. Da gäbe es seitens der Stadtwerke keine Vorgabe, keine Ahnung, wie die Firma auf sowas käme. Und ich solle doch der Firma mal die Durchwahl vom Herrn H. geben, dann könnten die Elektrospezialisten unter sich abmachen, was da Sache sei.
Zurück zuhause ruf ich wieder bei Modl an und richte das aus. Die Durchwahl von Herrn H. ist dort wohlbekannt, und leises Donnergrollen klingt durch die Leitung. “Der hat *was* gesagt? Den ruf ich jetzt sofort an.” - “Ich bin unschuldig. Mir hat er nur gesagt, ein Zähler reicht völlig. Und Herr H. ist erst morgen wieder da.”
Minuten später ruft Modl mich zurück. Unser Termin wird um einen Tag verschoben, damit ein Mitarbeiter der Stadtwerke dabei(!) sein kann. Denn der werde mich dann erstmal über die Tarife beraten, denn was man mir im Beratungszentrum nicht gesagt habe: Wenn ich nur einen Zähler hätte, dann wäre der Tarif für beide Zeitzonen teurer als wenn ich bei zwei Zählern bleibe.
Ich bin gespannt. Und schon jetzt sicher, daß es eine gute Idee war, eine renommierte Firma zu beauftragen, die ihre Leute bei den Stadtwerken kennt. (Und vermutlich sollte ich mich in Vorbereitung dieses Termins mal schlaumachen, was ich so an Strom verbrauche und um welche Uhrzeiten. Oh-oh. Wo mag die letzte Stadtwerkeabrechnung sein? In einer dieser ungezählten Umzugskisten. Bestimmt.)