
Einmal im Jahr heißt es in Durlach “abhauen oder mitfeiern”: Seit der Einweihung der Fußgängerzone im Jahr 1977 pilgern jährlich bis zu 200.000 Besucher zum
Altstadtfest. Viele Livebands und etliche CD-Spieler begeistern die Massen, die Packungsdichte ist üblicherweise so hoch, daß man wenig Einfluß darauf nehmen kann, in welche Richtung man geschoben wird. Und ein guter Teil steigt schon bei der Ankunft angetrunken aus der Straßenbahn oder hat zumindest die mitgebrachte Wodka- oder Schnapsflasche in der Hand. Was andrerseits mutige Eltern nicht hindert, Kinder jeglichen Alters durch die betrunkene Menschenmasse zu navigieren.
Wer wie ich im Ortskern wohnt, hat an diesem Wochenende eigentlich nur die Wahl, ob er zur einen Seite der Wohnung heraus “Marmor, Stein und Eisen bricht” oder zur anderen “Radio Gaga” hören möchte. Am frühen Abend, versteht sich. Denn später sind dann die 20 Zentimeter, eisgekühlter Bommerlunder und Westerland dran.
*resignier* Also man möchte sich jedenfalls betrinken. Entweder auf dem Altstadtfest oder anderswo, aber Hauptsache nicht vor 1h in der Wohnung und dann möglichst nicht mehr nüchtern.
Die letzten Jahre stand direkt unter meinem Fenster auf der anderen Straßenseite auch noch einer der zentralen Pisscontainer. Und wo stehen die allerletzten Feiernden, wenn schon längst nirgends mehr ausgeschenkt wird? Naaa? - Dieses Jahr stehen dagegen hier nur Rettungsfahrzeuge. Die sind leiser.

Erstaunt hat mich, als ich vor zehn Jahren hier einzog, daß das Altstadtfest nur zwei Abende währt. Die Woinemer Kerwe geht von Freitagabend bis einschließlich Montagabend, wobei auch untertags Betrieb ist: Alte Handwerksberufe werden vorgeführt, Kinderbelustigungen werden geboten, Marktstände verkaufen allerlei Zeug und in der Gerwerbach findet eine Regatta von selbstgebauten kleinen Booten statt. Abends dagegen sind Dutzende von Straußenwirtschaften geöffnet, da ist jede Garage zu einem Ausschank umfunktioniert. Gerade der Montagabend gehört dann aber den Eingeborenen, während es samstags so voll ist wie hier in Durlach. Hier wiederum ist wirklich nur an den Abenden von Freitag und Samstag etwas los, selbst untertags am Samstag haben nur ein paar vereinzelte Stände geöffnet. Aber jedem Städtchen seine Traditionen.
prost!
Grade hab ich noch im Querfunk die Hörer/innen eine ganze Stunde mit “Sportfreunde Stiller” gequält (ich mein: jetzt, wo die WM für “uns” gelaufen ist, da rangiert sowas doch wohl unter “selten im Kommerzradio gespielt”
Aufgenommen: Jul 07, 23:11