Tips zur Kirchenbesichtigung

Seitenfenster in St. Peter und Paul, Durlach

Da sich unter meinen Lesern zunehmend auch Nichtchristen und/oder Menschen aus anderen Kulturkreisen befinden: Hier mal einige Hinweise, wie man sich in Kirchen verhält und warum es überhaupt interessant sein könnte, Kirchen zu betreten.

Zuerst die zweite Frage. Katholische Kirchen sind untertags meistens offen. (Oft aber nur eine der Seitentüren, nicht die Haupttür.) Wenn nicht grade ein Gottesdienst stattfindet, kann man drin rumlaufen und sie besichtigen. Viele Kirchen sind durchaus sehenswert, weil die Christen einiges Geld in die Kunst in den Kirchen investiert haben. Jetzt in der Weihnachtszeit (meist bis 2.2.) sind in vielen Kirchen auch hübsche Krippen aufgebaut. also Darstellungen der Geburt Christi. Und: Man hat dort seine Ruhe.

Wenn man eine Kirche betritt, dann nehmen die Herren bitteschön ihre Kopfbedeckung ab. Die Schuhe hingegen bleiben an den Füßen. Das Handy stumm, insgesamt bitte still sein, denn andere könnten beten. Und bitte nichts essen oder trinken. Bitte nur diskret photographieren und sich überhaupt unauffällig verhalten, eben um keinen, der betet, dabei zu stören. Man kann beliebig rumlaufen in dem Bereich, der für die Gemeinde vorgesehen ist, also wo die Sitzbänke sind. Bitte nicht in den vordersten Teil der Kirche gehen, wo die Stufen und quasi die „Bühne“ sind. Absperrungen (Gitter, Seile) respektieren. Kunstwerke nicht anfassen, eben wie in einem Museum. Man darf sich auch auf einen der Plätze auf eine Sitzbank setzen, auch wenn man nur ausruhen und nicht beten will.

Falls man mal an einem Gottesdienst teilnehmen möchte, so ist auch das möglich. Die Regeln sind die gleichen. Freie Sitzwahl. Es ist sinnvoll, wie die anderen zu sitzen oder zu stehen je nach der Stelle des Gottesdienstes. Als Fremder muß man sich nicht hinknien – wenn die anderen knien, bleibt man stehen. Da man dann ja zwangsläufig den anderen die Sicht versperrt, wäre es nett, wenn Gäste eher etwas an den Seiten sitzen. Mitsingen oder Texte sprechen muß man natürlich nicht. Es gibt nur noch drei Stellen, von denen man wissen sollte: 1) Ungefähr in der Mitte des Gottesdienstes wird Geld gesammelt. Man muß nichts geben, aber man sollte eben das Körbchen für das Geld, das man gereicht bekommt, an den Nachbarn weitergeben. In seltenen Fällen wird das Körbchen nicht weitergegeben, sondern von einem Mitarbeiter an einer Stange gehalten. Dann signalisiert man eben, daß man nichts geben will (oder wirft ne Münze rein, dagegen spricht natürlich nichts). 2) Später kommt es zum „Friedensgruß“. Hier drehen sich viele Anwesende um und schütteln den Menschen um sie herum die Hand und sagen dazu „Friede sei mit Dir.“ 3) Wenn die Katholiken dann zur Kommunion gehen, also nach vorne gehen und dort ein Stück Brot empfangen, dann bleibt man als Nichtkatholik bitte einfach in der Bank, das ist eine Frage des Respekts vor der Überzeugung der Katholiken, daß dieses Stück Brot Gott selbst ist. Manche Katholiken machen das auch, das fällt also auch nicht sonderlich auf.

Ich hab jetzt hier bewußt nur das aufgeschrieben, was man wirklich wissen sollte, bevor man eine Kirche betritt bzw. an einem Gottesdienst teilnimmt. Das reicht aber auch völlig aus, wer sich daran hält, fällt nicht unangenehm auf. Rückfragen beantworte ich sehr gerne.

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