TSNV-Sonderfahrt

DSC_0020-webVergangenen Sonntag, Palmsonntag, war wieder Jahreshauptversammlung des „Treffpunkt Schienennahverkehr e.V.“, und der geht traditionell (vgl. 2014, 2015) eine Sonderfahrt voraus. Der Verein bemüht sich dabei, nicht irgendwie mit irgendwas rumzufahren, sondern seinen Mitgliedern was besonderes zu bieten. Ich hatte ja auf die letzte eingesetzte Badewanne spekuliert, aber die waren wohl früher schonmal dran, sogar in Doppeltraktion. Achso, für die Nicht-Karlsruher: Diese kleine Baureihe von ehemals vier Fahrzeugen hat in der Seitenwand Vertiefungen, die an die Seifenablagen in 80er-Jahre-Badezimmern erinnern. Daher der Name.

DSC_0046-webZum Einsatz kamen die Straßenbahnen 329 und 330. Das sind die furchtbaren neuen Niederflurer. (Dazu gelegentlich mehr – das sind Güterzüge mit fast nur noch „Mehrzweckbereichen“ für Fahrräder etc., man fährt i.d.R. stehend.) DSC_0031-webDiese beiden Fahrzeuge haben die neuste Software-Version (die, die unter anderem das extrem laute Gezische zumindest etwas mindert), daher können sie in Doppeltraktion fahren, und das Ziel der Übung war, sie auf Strecken zu bringen, auf denen absehbar oder überhaupt nie Doppeltraktionen dieser Fahrzeuge fahren werden.

Wir fuhren erst zum Hauptbahnhof. Dann hoch zur Nordwestbahn und dort so weit, wie man mit Straßenbahnen eben darf.

Dann nach Rappenwört, und hernach wollten wir nach Wolfartsweier.

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DSC_0099-webDa die Versammlung anders als bisher an einem Sonntag war, war auf den Schienen so wenig los, daß sogar ein Photohalt mitten am Marktplatz möglich war.

Das hintere Fahrzeug fuhr ja stumm und verschlossen mit. Im vorderen funktionierte im hintersten Drittel die Heizung nicht, aber ansonsten war es – für diese Baureihe fast schon ungewöhnlich – störungsfrei. Bis, ja bis der Fahrer auf die verhängnisvolle Idee kam, während eines Photohaltes das Fahrzeug ab- und wieder aufzurüsten (für Informatiker: „Reboot“), um vielleicht dadurch die Heizungsstörung zu beheben.

Hab ich schonmal erwähnt, daß ich es völlig abwegig finde, daß die Heizung nicht direkt am Heizgerät, sondern vorne beim Fahrer geregelt wird? „Ein Tool für eine Aufgabe“, war das nicht mal so eine UNIX-Philosophie? Die NET2010 sind anscheinend sozusagen der systemd der Verkehrsbetriebe. Man hätte lieber den funktionierenden Vorgänger, kriegt ihn aber nicht mehr und verbringt nun fluchend viel Zeit damit, das Neue irgendwie so zu behandeln, daß es wenigstens ein bißchen so aussieht als wäre es von Profis und würde funktionieren.

DSC_0128-webJedenfalls wollten die beiden nicht mehr. Sie wollten sanden, aber nicht mehr fahren. Erst ein Entkuppeln und neues Zusammenkuppeln, während hintendran nun schon das reguläre Linienfahrzeug wartete, ermöglichte die Weiterfahrt. Daher dann kein Halt in der Wendeschleife (das Stumpfgleis ist wohl zu kurz für eine Doppeltraktion – schade bei so einer neuen Wendeschleife).

Da der vom Vorstand leider wieder auserkorene „Schlachthof“ sonntags scheinbar kategorisch nur Brunch anbietet selbst wenn man als größere Gruppe anfragt (Selbsterkenntnis? In den Vorjahren hatten sie es ja trotz einer auf ca. ein halbes Dutzend Speisen reduzierten Karte und Bestellung mehrere Tage vorher nie geschafft, einigermaßen synchron aufzutragen, immer war ein Teil der Leute längst fertig, bevor ein anderer die gleichen Speisen bekam – selbst bei Salaten) und mir, wenn ich um sieben aufgestanden bin, um eins ein Brunch absolut nicht passt, setzte ich mich ab für ein Mittagessen. Mein Fehler war, daß ich dazu in die Hofgalerie ging. Denn die dort bedienenden Damen hielten es nicht für nötig, mich drauf hinzuweisen, daß direkt vor mir eine größere Gruppe bestellt hatte und sich mein Mittagessen daher um 40 Minuten verzögerte. Da war’s dann zu spät für die eigentliche TSNV-Sitzung, die aber vermutlich eh keine Überraschungen parat gehalten haben würde. Ich nahm diesmal daher nur die Sonderfahrt mit.

P.S.: Bis ziemlich genau 1/60 kriegt man die Zielanzeigen gescheit geknipst.

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