Pufferzeiten bei Straßenbahnen

Früher stand in der Endschleife in Rintheim untertags eigentlich immer eine Bahn, in Durlach eine pro Linie. Ob das eine Pflichtpause des Fahrers war und wie das bei den anderen Endhaltestellen war, weiß ich nicht. Sinnvoll war es aber, auch wenn’s pro Linie 1-2 Fahrer mehr benötigt, die man erstmal haben und dann auch noch bezahlen muß.

Gestern fuhr eine Bahn der Linie 1 morgens um kurz nach acht bereits fünf Minuten, nachdem ich sie gen Turmberg fahren sah, schon wieder am Schloßplatz an mir vorbei, hier noch mit zwei Minuten Verspätung gegenüber dem Fahrplan. Schon am Schloßplatz voll, ab Auer Straße gestanden voll (was bei den blöden neuen Niederflurern schnell gesagt ist, die haben ja gefühlt fast nur noch Stehplätze). Zwischenrein ölsardinengestandenvoll. Ist ja auch klar: bei einem Zehnminutentakt achten die wenigsten auf die Abfahrtszeiten und gehen stattdessen einfach irgendwann zur Haltestelle. Wenn sich das Eintreffen der Fahrgäste aber gleichmäßig auf die Minuten verteilt, bedeutet jede Minute Verspätung 10% zusätzliche Mitfahrende in der verspäteten Bahn. Ab einem gewissen Füllgrad verlängert das den Haltestellen-Aufenthalt, und so hatten wir am Mühlburger Tor dann bereits sieben Minuten Verspätung. Bei einem Zehnminutentakt. Bis Oberreut dürfte das sich weiter aufgeschaukelt haben, so daß dort wieder die Endhaltestellenpause wegfällt und der Wagen dennoch wieder nur mit leichter Verspätung seinen Kurs beginnen kann. Bis er zurück in Durlach ist, hat er wieder fast zehn Minuten, und das Theater setzt sich vermutlich bis zur abendlichen Taktausdünnung fort.

Ich beschwere mich nicht über die sieben Minuten, und ich hatte einen Sitzplatz. Ich ärgere mich aber über dieses Sparen am falschen Ende. Lieber teurere Fahrkarten und dafür pünktlichere Bahnen.

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