Anmerkungen zu wissenschaftlichen Arbeiten

Nachdem ich feststellen mußte, daß es Hochschulabsolventen gibt, die ernstlich meinen, bspw. eine reine Marktübersicht stelle eine akademische Arbeit dar, hier mal ein paar Punkte, „wie ich sie gelernt habe“ im Studium:

  • Eine wissenschaftliche Arbeit schafft immer einen Mehrwert, erbringt immer etwas Neues. Dieses Neue kann bei einer Proseminararbeit den kleinsten Teil der Arbeit ausmachen und nur von sehr lokalem Interesse sein, bei einer Dissertation hingegen sollte es so allgemein und übertragbar sein, daß es sich lohnt, das Werk in alle Universitätsbibliotheken zu stellen. Vorhanden sein muß der Mehrwert aber auch schon bei der Proseminararbeit.
  • Jede Aussage muß bewiesen/belegt werden. Dies erfolgt je nach Disziplin und Situation verschieden. Denkbar sind z. B. Literaturbelege, logische Schlüsse oder das Auswerten vorhandener Daten.
  • Oft empfiehlt sich, zunächst den Horizont abzuschreiten und den Stand der Forschung zusammenzufassen, um dann vor diesem Hintergrund die eigene Erkenntnis darzustellen. Das ermöglicht, die Beherrschung des Kontextes nachzuweisen und die eigene Leistung gut abzugrenzen.
Ich schreib das auch, weil ich erschüttert beobachte, daß viele Handreichungen für neue Studierende sich lange bei peripheren Fragen wie der Zitierfähigkeit der Wikipedia oder dem gewünschten Aussehen einer Quellenangabe (deutsche Fußnoten, amerikanische eckige Klammern, …) aufhalten, statt zum Kern vorzustoßen.

(Ich als Germanist halte mich beim Zitieren natürlich an Bangen, Georg: Die schriftliche Form germanistischer Arbeiten. Empfehlungen für die Anlage und die äußere Gestaltung wissenschaftlicher Manuskripte unter besonderer Berücksichtigung der Titelangaben von Schrifttum. (=Bd. 13 der Sammlung Metzler.) – Stuttgart: J. B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung 9. Aufl. 1989.)

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