Traurige Nachricht

Todesanzeige Roswitha Pfefferkorn


Ein Nachruf von ihren Kindern:

Roswitha Pfefferkorn wurde am 11.11.1938 als jüngeres von zwei Kindern in Karlsruhe geboren. Ihr Vater Stefan Oesterle wurde als Soldat zum Krieg eingezogen als sie vier Jahre alt war und starb in russischer Gefangenschaft. Diesen Verlust verwand sie zeitlebens nicht, ebenso blieben die Erinnerungen an die Bombardements ihrer Heimatstadt und die angstvollen Stunden im Luftschutzkeller für sie lebendig. Ihre Erstkommunion feierte sie 1946 zusammen mit ihrem Bruder Klaus-Peter in der Christuskirche, da ihre Heimatpfarrei St. Stephan durch den Krieg zerstört war.

Ihre Mutter, Anni Oesterle, mußte ihre beiden Kinder unter kargsten Bedingungen großziehen, so daß Roswitha bereits mit 14 Jahren in das Berufsleben eintreten musste und fortan mit einer Sechstage-Woche als Schreibkraft ihren Beitrag zum Haushalt leistete.

In den 60er Jahren verfolgte sie aufmerksam das Zweite Vatikanische Konzil und setzte das Bild vom „mündigen Christen“ für sich um. Sie begleitete die einsetzenden kirchlichen Reformen und die bis heute andauernden Veränderungen sehr bewußt. Besonders die Ökumene war ihr zeitlebens ein Herzensanliegen.

1968 ging sie eine „konfessionsverbindende“ Ehe mit Dipl.-Chem. Dr. Rudolf Pfefferkorn ein. Die beiden haben zwei Kinder, Felix und Beate. Roswitha Pfefferkorn schied für die Erziehung ihrer Kinder aus dem Berufsleben aus. Die Familie erwarb ein kleines Haus mit Garten, der ihr sehr wichtig war. Der Hund Blacky gehörte ebenso fest zum Familienleben wie die Urlaube mit einem Wohnmobil, vor allem in verschiedenen Teilen Frankreichs.

In ihrer Pfarrgemeinde St. Marien engagierte sie sich in vielfältiger Weise. Sie war im Pfarrgemeinderat und gehörte dem Kirchenchor und der Nachbarschaftshilfe über 30 Jahre an. Auch als Lektorin und Kommunionhelferin wirkte sie am Gemeindegottesdienst mit. Sie half bei den Gottesdiensten im Kreispflegeheim und unterstützte überhaupt immer, wenn „Not am Mann“ war.

Als beide Kinder zum Studieren das Haus verlassen hatten, nahm Roswitha Pfefferkorn eine Stelle als Sekretärin an, erst bei der Caritas, später im Pfarrbüro von St. Marien. Große Freude bereitete ihr ihre Rolle als Oma der vier Mädchen von Beate Pfefferkorn und ihrem Mann Eckart Jung. Hier half sie, wo immer sie konnte und unterstützte ihre Tochter. Ein besonderer Höhepunkt der letzten Jahre war für sie ihre Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie 2005 zusammen mit Beate unternahm.

Gegen Ostern diesen Jahres nahmen ihre Rückenschmerzen so zu, daß sie sich entschloß, sich einer Operation im Universitätsklinikum Mannheim zu unterziehen. In der Folge erlitt sie einen septischen Schock, dem ihr Immunsystem nicht gewachsen war. Roswitha Pfefferkorn starb am 15. Mai im Alter von 74 Jahren. Sie hinterlässt einen Mann, zwei Kinder und vier Enkel.

Wir behalten sie als starke Frau in Erinnerung, die viel Spaß an lebhaften Diskussionen hatte und mit großer Ehrlichkeit zu ihrer Meinung stand. Wir behalten sie auch als Mutter in Erinnerung, die uns immer die Freiheit ließ, unsere eigenen Wege zu gehen und die immer mit Rat und Hilfe für uns da war.

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