Tuerkische Journalisten

Früher gab es samstagmorgens beim Querfunk eine türkischsprachige Livesendung. Danach sollte die Wiederholung einer Sendung von Kassette kommen. Eigentlich hätten die türkischen Sendungsmachenden diese Kassette also einfach nur exakt zur vollen Stunde starten müssen. Leider hatten sie das, was ich damals eine „Basarmentalität im Umgang mit der Zeit“ nannte: Die Wiederholung wurde irgendwann zwischen -5 und +15 gestartet. Schlecht für alle, die die Sendung gezielt mitschneiden wollen. Schlecht für die nachfolgenden Sendungen. Deswegen war jahrelang immer jemand für wenige Minuten samstags im Studio, einfach nur kurz die Kassette einlegen und den Sendequellenschalter exakt auf die Sekunde umstellen, egal was die da grade lasen, sprachen oder sonstwie trieben. Ich dachte damals, das sei halt ein Charaktermangel einzelner konkreter Mitmenschen gewesen. Bis die Sache mit der Platzvergabe für die „NSU“-Prozesse war, zu der sämtliche türkischen Zeitungen zu spät kamen. Jetzt frag ich mich so langsam, woher das kommt. Allerdings hätte ich erwartet, daß die Verantwortlichen sich ob dieser Peinlichkeit unter einen Stein verkriechen und die Berichte der plazierten Journalisten einkaufen und weiterverarbeiten, statt rotzfrech vor das BVerfG zu ziehen und das eigene Zuspätkommen zum Problem anderer Leute zu machen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.