Mariä Aufnahme in den Himmel

Einige Durlacher dürften sich vorhin etwas gewundert haben. Bisher war der Trend zu Prozessionen in meiner Heimatpfarrei St. Peter und Paul leider rückläufig. In den 90ern zogen wir noch an Himmelfahrt über die Straße zu den Schrebergärten, aber seit ungefähr drei Jahren muß man sogar für eine Fronleichnamsprozession zu einer anderen Kirche der Seelsorgeeinheit fahren – für mich ein unverständliches Ärgernis. (Und nein, man braucht keine Hundertschaften, die Blumenteppiche legen, auch wenn das schön ist. Es reichen Tische als Stationsaltäre. Also komm mir keiner mit dem Aufwand und den angeblich fehlenden Freiwilligen.) Es blieb also nur die kleine Einzugsprozession am Palmsonntag. (Immerhin hab ich auf diesem Weg rausgefunden, daß Stupferich mit seiner Kirche St. Cyriakus eine katholische Insel hier ist – es war im Besitz des Klosters Herrenalb. So katholisch, daß auch die Vereine und bspw. die Feuerwehr an der Prozession mitlaufen. Wie ich es aus Viernheim kannte.)

Aber heute gab’s was neues in Durlach. 🙂 Schon das Hochfestgeläut dürfte Nichtkatholiken verwundert haben – Dienstagabend, und die Glocken läuten lauter als sonntags. Die Kirche war dann auch voller als sonntags. Als nach fünf Viertelstunden die eigentliche Messe vorbei war, kam die Kräutersegnung dran und hernach eine Kerzenprozession einmal um die Kirche herum, mit Gesang und von zwei Männern auf einem Brett mitgetragener Marienstatue. Dann noch eine Aussetzung mit Eucharistischem Segen (und also nochmal Glockengeläut, nach der Wandlung die dritte Runde heute Abend), und nach sieben Viertelstunden anstelle der an Werktagen üblichen zwei war das Hochfest dann gebührend gefeiert. Ich würde mich freuen, wenn hier eine Trendumkehr eingeleitet worden wäre. Schaumermal.

Gefeiert wird übrigens, was 1950 als für Katholiken verbindliche Glaubenslehre fixiert, aber natürlich schon paar Jahrhunderte länger von vielen geglaubt wurde: Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Ein ziemlich ökumenisches Fest, wenn auch eher weniger mit den Protestanten. Ich glaub, dort ist nichtmal grundsätzlich der Glaube an unsere eigene leibliche Auferstehung in jeder Glaubensrichtung drin.

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Mein Desktop

Ich bin ein Gewohnheitstier. Vor fast einem Vierteljahrhundert hab ich mir meinen graphischen Desktop eingerichtet. Den ich damals nur gestartet hab, wenn es nötig war. Normalerweise hatte ich ja virtuelle Konsolen und hinten auf F12 einen Emacs-Server. Weil den fetten Editor jedesmal neu zu starten auf dem Pentium 75 (später dank Tip vom Linuxstammtisch auf 90MHz getaktet) war mir zu träge. Aber wie das WWW immer omnipräsenter wurde, führte dann irgendwann an der permanent laufenden graphischen Oberfläche kein Weg mehr vorbei. Also nach dem Anmelden ein „startx“ (ja, heute noch), und der Rest dann i.d.R. eben in Fensterchen.
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Pfingsten – Geburtstag der Kirche

Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Amen. Halleluja!

Pfingstsequenz, um 1200 durch Stephen Langton.

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schwarz-rot-gold

Ich bin Jahrgang 1971, war also in den 80ern Jugendlicher. Damals wurden „bei uns“ die Fahnenmasten vor Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen nur genutzt, um Fahnen auf Halbmast zu hissen als Zeichen der Trauer. Ich kannte das überhaupt nicht anders, bis ich das erste Mal in Frankreich war, wo vor jeder Schule, vor jeder Mairie die Trikolore flatterte. Und später im Fernsehen sah ich dann erstaunt, daß manche Amis ihre Nationalfahne sogar in ihre Kirchen stellen – wo sie nach meiner katholischen Überzeugung nun wirklich überhaupt nichts verloren hat.
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TSNV-MV-Sonderfahrt 2017

Wie schon in den Vorjahren war der heutigen Jahresversammlung des Karlsruher Historische-Straßenbahn-Vereins TSNV eine Sonderfahrt vorangestellt. Diesmal mit dem Museumswagen 12, der in der „Poplackierung“ der 70er Jahre für Sonderfahrten (auch private) vorgehalten wird. Der war deswegen „aktuell“, weil die AVG dieses Jahr ihren 60. feiert und aus diesem Anlaß ein neuer Niederflurer ähnlich eingefärbt worden ist. Als besonderes Schmankerl fuhr dieses Jahr noch Triebwagen 139 mit Beiwagen mit, so daß immer wieder Begegnungen inszeniert werden konnten für die mitreisende Photographenschar.

Wir fuhren im 12er zum Hauptbahnhof, dann via ZKM Richtung Rheinstrandsiedlung, dann Neureut, dann Betriebshof West (fand ich besonders interessant), dann Konzerthaus (wird demnächst umgebaut) und dann zur Versammlung im Alten Schlachthof. Anschließend blieb Wagen 12 im Depot, und wir fuhren mit 139+439 noch sozusagen in den Sonnenuntergang: Konzerthaus, Europahalle via Weinbrenner-Bypass, Marktplatz, Dreieckswende an der Pforzheimer Straße.

Schönen Tag gehabt. 🙂

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